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Valparaiso – Den Haag – Hamburg

Nun sind wir fast einen Monat wieder zu Hause und es ist an der Zeit einen kleinen Abschlusstext zu schreiben. :mail:

Die letzten Tage in Valparaiso sind wie im Flug vergangen. Wir schwankten immer zwischen Freude über das Wiedersehen von Eltern und Freunden, aber auch befiel uns eine große Traurigkeit über das wirkliche Ende der Reise.  :cry:

Den letzten Abend verbrachten wir mit Patty, André und Patty’s Mum in unserem geliebten Restaurant „Tierra del Fuego“ am Strand von Viña del Mar. Bei Geschichten über die vergangenen 6 Monate sowie die Zukunftspläne verspeisten wir leckere Cheviche, leckeren Fisch sowie das herrliche Bife de Lomo. Den einen oder anderen Pisco Sour gab es natürlich auch!   :yes:

Wir möchten hiermit nochmals den 3en danken für die wundervolle Freundschaft und die vielen großen und kleinen Unterstützungen! Es war eine tolle Zeit mit euch und wir hoffen euch alle bald wieder zu sehen!  :rose:   :heart:   :bye:

Nicht vergessen wollen wir auch noch den schönen Abend vorher mit Martina und Enzo von der Villa Kunterbunt! Die Beiden waren mal wieder große Klasse und Hilfe bei der ganzen Arbeit mit dem Verpacken und Verschicken der Motorräder für die lange Seereise nach Hamburg auf der MV Liverpool Express! Wir haben uns bei Wolfgang (Besitzer und Unikat) und Erika (Geschäftsführerin) des legendären HAMBURG RESTAURANT getroffen und es großen Spaß gemacht!   :good:  Auch diese beiden Freunde hoffen wir bald mal wieder zu sehen und wünschen Ihnen bis dahin viel Erfolg mit ihrem „Campo“-Projekt irgendwo in der Nähe von La Ligua.

Am 30.03. morgens um 07.45 h war den dann soweit. Juan Carlos, unser Freund und Helfer, stand mit dem CSM-Transporter vor „unserem“ Apartment und sammelte uns auf um uns zum Flughafen nach Santiago zu bringen. Nach einer herzlichen Verabschiedung in der „Drop and Kiss“-Zone waren wir wieder allein mit all unserem Gepäck und checkten beim KLM-Schalter ein. Ein letztes Schlendern durch die Andenkenshops (1 Liter Pisco Mistral musste mit) sowie ein letzter Café Cortado und wir bestiegen das Flugzeug… Jeder hing seinen Gedanken nach und ließ einige Erinnerungen vor seinem Auge abspulen…  :cry:

Während der Zwischenlandung in Buenos Aires sah ich beim Emailcheck, dass unser Weiterflug von Amsterdam nach Hamburg am nächsten Morgen gestrichen war. Ich hatte so etwas schon befürchtet, da die Nachrichten über den großen Sturm Niklas berichteten. Aber machen konnten wir erstmal nichts. KLM hat versprochen uns eine Alternative zu suchen. Mit etwas Verspätung flogen wir dann Richtung Amsterdam ab.
Nach der Landung in Amsterdam-Schiphol, die weniger holperig war als befürchtet, ging das Chaos los. Unser Flug war wirklich gestrichen! Alternativen wurden uns über Mail nicht geschickt und wir machten uns auf die Suche nach den Transferdesk. Der war leicht zu finden, das war nämlich der mit der längsten Schlange!! Auf dem Monitor für Abflüge war alles rot! Es ging fast nichts mehr und tausende Passagiere sind in Amsterdam gestrandet. Dank meiner goldenen KLM FyingBlue-Karte mussten wir uns zumindest nicht in die ganz langen Schlagen einordnen und konnten die Priority-Counter und Lounges nutzen! Knapp eine halbe Stunde später hatten wir die nächste Boarding Card in den Händen und warteten gemütlich in der KLM Crown Lounge auf den Abflug. Rechtzeitig vor dem Öffnen des Gates vergewisserten wird uns noch einmal auf dem Abflugmonitor und machten uns auf den Weg. 10 min später am Gate war von unserem Flug auf dem Monitor nichts mehr zu sehen… Mist, gestrichen… Das gibt es doch nicht… So wiederholte sich das Spiel alle 2 Stunden bis abends gegen 20.00 h. Da bot KLM an uns in ein tolles Hotel in Den Haag zu bringen, natürlich auf deren Kosten. Oh ja, warum nicht, besser als auf dem Flughafen zu übernachten. Den nächsten Flug hatten wir nun für den nächsten Morgen um 10.45 h. Ein Bus für gestrandete Passagiere brachte uns in das ca. 50 km entfernte Hotel und holte uns am nächsten Morgen auch pünktlich ab. Wir waren etwas nervös, da der Flug vorher sowie der nachfolgende Flug schon wieder gestrichen waren, aber wir hatten Glück!! Zwar mit ca. 40 min Verspätung, aber unser Flug fand statt!
Nach dem harten und wackeligen Aufsetzen in Hamburg, Melanie war etwas blass um die Nase danach   :sick: , und dem Suchen nach unserem Gepäck, welches nicht auf dem Förderband zu finden war, es war schon mit einem anderen Flug vorher gekommen, konnten uns Inga, Reinhold und Tanja in der Ankunftshalle endlich empfangen und begrüßen!   :yahoo: :heart:  Das war schön! Und wir waren heilfroh, das die Tortur des Rückflugs endlich vorbei war.

Bedanken wollen wir uns auch noch einmal bei euch für die vielen Kommentare und Gästebucheinträge! Wir haben uns über jeden einzelnen sehr gefreut!  :heart:   :rose:

Frei nach Paulchen Panther: „Südamerika! :heart:  Heute ist nicht aller Tage! Wir kommen wieder – Keine Frage!“

Adiós   :bye:    :heart:

 

P.S. Am 03. Mai sollen unsere Motos endlich auch wieder hier in Hamburg sein. Nach kurzer Inspektion und ein paar Schönheitsreparaturen kann dann der 3. Sommer in Folge ohne störenden Winter beginnen.  :sunny:   :roller:

 

Ein paar technische Details zur Reise:

Wir sind dieses Mal insgesamt 23.000 Kilometer gefahren und hatten insgesamt 19 Grenzübergänge.  :sunny:

Wir haben je 2 Satz Heidenau K 60 Scout verbraucht, wobei wir einfach nach halber Strecke die Reifen in Viña del Mar in einer Werkstatt getauscht haben. Es wären vielleicht noch ein paar tausend Kilometer mehr möglich gewesen, aber so sind wir immer mit ausreichend Profil gefahren und hatten KEINEN einzigen Platten! Diese Taktik hatte sich schon bei unserer letzten Tour bewährt, so dass wir insgesamt nun schon 45.000 km durch Südamerika ohne Plattfuß gefahren sind!! Die Ersatzreifen hatten wir aus Deutschland mitgebracht und in Valparaiso bei unseren Freunden eingelagert. Die Heidenau K 60 Scout gibt es inzwischen auch in Südamerika zu kaufen bei einigen Touratech-Vertretungen sowie bei MotoAventura in Osorno, allerdings für einen deutlich  höheren Preis.

Wir haben in Mendoza bei unserem Freund Carlos Desgens die übliche 10.000 km-Wartung für beide Motos machen lassen (inclusive inoffiziellen Eintrag in das Wartungsbuch ;-) ). Öl- und Filterwechsel inclusive Luftfilter… Das wars… Ersatzzündkerzen und diverse andere vorsorglich mitgenommen Ersatzteile haben wir nicht gebraucht. BMW halt…  :yahoo:

Kleiner Tipp für die Geldbörse… Ich habe 3 Philips Xtreme Vision Moto H7- Glühlampen (15G) verheizt auf der Tour. Stück €22,99 bei Hein Gericke. Völliger Nonsens… Alle paar tausend Kilometer waren die nach schönster Schotterstrecke hinüber, obwohl angeblich ja gerade dafür gedacht. Die letzen 10.000 km hatte ich eine „stinknormale“, in Argentinien gekaufte, H7-Autoglühlampe eingesetzt und die brennt noch immer!

Größere technische Probleme hatten wir KEINE ! Einmal hatte sich bei dem Motor-aus-Schalter am Seitenständer meiner R 1200 GS nach einer harten Schotterstrecke ein Sicherungsring verabschiedet (siehe Reisebericht). 2 Kabelbinder halten nun seit mehreren tausend Kilometern den Schalter in der richtigen Position und alles funktioniert!

Im Rahmen des normalen Verschleißes / Wartung haben wir nach ca. 21.000 km den Kettensatz unserer F 800 GS bei MotoAventura ersetzen lassen. Bevor es auf die Südtour nach Patagonien in die Einsamkeit ging, habe ich meine Batterie bei MotoAventura ersetzt. Die alte Batterie hatte über 3 Jahre ohne Probleme funktioniert, fing jetzt aber morgens, wenn es etwas kühler war, an zu zicken.

Insgesamt haben wir für beide Maschinen zusammen nicht einmal einen Liter Motoröl Castrol Power1, 10W40, teilsynthetisch, während der ganzen Reise nachgefüllt.

Schwierigkeiten mit dem Sprit, außer den Beschaffungsproblemen in Bolivien (wollten manchmal nicht verkaufen) und Patagonien (konnten manchmal nicht verkaufen – Tankstelle leer), hatten wir keine! Zu beachten wäre, dass es in Bolivien fast nur 84 Oktan gibt und in Brasilien bis zu einem Drittel Biosprit zugepanscht ist. Das kann bei alten Maschinen zu Problemen mit Dichtungen, Gummischläuchen und innen lackierten Tanks führen. Wer das aber so wie wir mit unseren 2009er BMW’s überstanden hat, braucht sich hinterher zurück in Deutschland nicht mehr in die E10-Diskussion einzumischen.    B-)
Ansonsten hatten wir pro Moto einen 5 l-Reservekanister mit dabei, die wir außen an den Aluboxen befestigt hatten. In Chile (außer Carretera Austral) waren die Kanister meistens leer, aber in allen anderen Ländern hatten wir sie gefüllt. Aus oben genannten Gründen haben wir die Kanister auch 2 mal gebraucht. Unsere „sichere“ Reichweite pro Tankfüllung mit Gepäck lag bei ca. 320 km (für R1200GS; die kleine F800GS wäre etwas weiter gekommen). Dieses kann sich auf großer Höhe und besonders bei patagonischem Gegenwind plötzlich drastisch reduzieren!

Auf meinem Zumo 660 hatte ich eine originale Garmin Südamerikakarte sowie die OSM-Südamerikakarte aufgespielt. Zusammen waren sie sehr hilfreich! Ein Hinweis zu den beliebten Papierkarten von Reise Know How: sie sind echt hilfreich zur Orientierung, aber nicht immer genau. Straßenzustände stimmen oft nicht. Es fehlen manchmal Ortschaften oder angegebene Ortschaften sind nicht mehr vorhanden. Aber für die Übersicht sind die Karten OK, insbesondere durch die Tipps für Sehenswürdigkeiten! Sehr hilfreich sind die chilenischen Straßenkarten der COPEC (staatliche Tankstellenkette). Hier gibts es verschiedenste Ausführungen von einfachen Mapas bis zu speziellen „Reiseführern“ und Teilkarten mit Hinweisen für Übernachtungsmöglichkeiten incl. Zeltplätzen und Nationalparks. Aber auch hier sind im Einzelfall die „Straßenoberflächen“ falsch angegeben. Es empfiehlt sich im Zweifelsfall immer mehrere Quellen incl. Google Earth zu befragen!

Bei weiteren Fragen bezüglich Technik oder Ausrüstung scheut euch nicht ins Gästebuch zu schreiben (Emailadresse nicht vergessen) oder schickt mir eine Mail an:
oberfell ( at ) t-online ( dot ) de    :mail:

Suerte! Und immer schön die Spiegel oben halten  :bye:   :roller:

5 Kommentare zu “Valparaiso – Den Haag – Hamburg

  1. Steve

    Hallo,
    ich habe eure Seite schon kurz überflogen. Natürlich werde ich sie auch noch ausführlicher lesen. ;-)
    So spontan hätte ich eine Frage.
    Könnt ihr was zu den Transportkosten der Motorräder sagen ? :roller:
    Wir haben in 2 Jahren auch eine ähnliche Tour vor und überlegen nun ob wir per Seefracht oder per Luftfracht die Mopeds verschicken.
    Liebe Grüße
    Steve und Martina

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