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Uyuni – Potosi – Tarija – Tartagal (Argentina) – Villa Montes (Bolivia)

Der weitere Weg soll uns nun eigentlich nach Paraguay führen. Aber wie kommt man da hin? Um es vorwegzunehmen, jedenfalls nicht direkt.  :unsure:

In Uyuni habe ich einen Polizisten gefragt, wo wir die Motos reinigen könnten. Er hat uns eine Hinterhofwerkstatt empfohlen, die wir am Ende der kleinen Stadt auch umgehend gefunden haben. Mit der Besitzerin konnten wir uns schnell über den Preis einigen, so dass wir unverzüglich anfangen konnten. Ein Foto habe ich nicht geschossen, aber das Reinigen der Motos mit einen – alle Achtung – kraftvollem Hochdruckreiniger fand in einer Schlammgrube statt. Ansonsten wären da noch ein bissiger Hund, quäkende Gören, mehrere Familienmitglieder die unbestimmten Tätigkeiten nachgingen, Dreck und Lebensmittelabfälle sowie ein Auto in Reparatur, für das alle neuen und alten Ersatzteile auf dem sandig / salzigen Boden lagen. Das Ergebnis der Reinigung war beachtlich, trotzdem waren wir froh den Ort wieder verlassen zu können.

Da wir ja schon die besagte Schotterstraße hinter uns hatten, beschlossen wir noch an der Fußgängerzone einen Saft zu trinken. Hier hatten wir das Glück einen Spanier zu treffen, der auch mit dem Motorrad durch die Welt reist. Er ist in der Nacht von Tupiza die Nebenstraße hochgefahren und hat uns davon abgeraten. Er verlor bei dem Gehoppel einen seiner Motorradkoffer und hat Stuuuuunden gebraucht für die Tour. Da war uns klar, dass unsere Entscheidung wieder über Potosi, und damit Asphalt zu fahren, richtig ist, auch wenn der Weg nach Tarija dadurch länger wird.
In Potosi haben wir dann im „Plan B“ Hotel übernachtet. Das „Apart-Hotel Turquesa“ haben wir ohne große Sucherei gefundenen, nachdem uns dieses Mal wirklich hilfreiche Leute eine Abkürzung für die Baustellensperrung verraten haben.  :yahoo:
Es ist ein sehr hübsches, kleines Hotel in einer nicht so hübschen Umgebung. Die Motos durften in die Garage. Hmm, aber irgendwas ist ja immer… Unser Zimmer, ein Traum!! Toll eingerichtet, sauber mit geöltem Dielenboden. Aber, es war eine Sauna… Ich würde mal sagen über 40 Grad darin. Es war nicht zum Aushalten… erst gegen Morgen wurde es angenehmer. Auch hier hat das gute Frühstück die Lage nicht mehr gerettet uns wir waren froh früh aufgestanden zu sein.

Heute sollte es bis nach Tarija gehen. Das war also die Strecke auf der ich 2010 meinen wilden Sturz in einer Baustellenstraße hatte, weil der Schnabel beim Einfahren auf eine Sandfläche plötzlich Rodeo mit mir gespielt hatte. Weiters dazu kann man im entsprechenden Blog von 2010 lesen.

In Cuchu Ingenio haben wir dann noch getankt und auf Rückfrage versicherte uns der Tankwart, dass die Ruta 1 jetzt bis Tarija komplett asphaltiert ist. Da waren wir heilfroh, auch wenn ich immer leise Zweifel in mir aufkommen spürte. Der Vorfall von 2010 ist noch immer präsent, sobald ich irgendwo Sand auf den Straßen sehe beim Motorrad fahren.
Der Tankwart hatte aber Recht und so fiel uns auf, dass die Strecke wunderhübsch war! Das hatten wir aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse 2010 gar nicht bemerkt!

In Camargo haben wir einen kleinen Stopp eingelegt und am Markt ein paar Flaschen Wasser geleert. Die Temperatur hatte inzwischen schon fast 38 Grad erreicht. Da wir immer mit richtigen Motorradklamotten fahren, stand uns das Wasser schon bis Gürtelhöhe  :sick:

In Tarija wollten wir wieder in das Hostal Costañeria, aber das war leider belegt. Also gingen wir in das Superhotel „Los Ceibos“. Mit Swimmingpool und allem Pipapo :whistle: .

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Und wie das „Schicksal“ so spielt, mit dem Glück, dass nachts noch andere BMW-Motorradfahrer (alle auf GSen) eintrudelten. Diese haben wir dann morgens beim Frühstück getroffen, und es stellte sich heraus, dass es alles bolivianische Motofahrer aus Santa Cruz waren. Zum Teil mit 50 Jahren Motoerfahrung! Denen erzählten wir von unserem Plan direkt von Tarija über Villa Montes nach Paraguay zu fahren.
Nach kurzem Beratschlagen rieten sie uns davon ab, weil die Strecke noch immer nicht geteert ist und man, es ist langsam Regenzeit hier, bei Regen verloren ist und tagelang nicht weiterkommt in den Bergen!!! Puh, Schwein muss man haben ;-)
Die 3 BMW-Fahrer empfahlen uns über Argentina (Pichanal; Kreuzung Ruta 50, Ruta 34) ein kleines Dreieck zu fahren und so nach Villa Montes zu kommen. Sie würden das den nächsten Tag auch so tun. Außerdem empfahlen Sie uns noch ein gutes Hotel in Tartagal (Argentina). So kam es, dass wir von Bolivien über Argentinien wieder nach Bolivien einreisend unbeschadet und pünktlich (wie geplant) Villa Montes, und damit den Starpunkt der Paraguay-Tour, erreicht haben.
Die beiden Grenzübergänge mit ihrem, wegen der Motorradeinfuhr, bürokratischem Papierkram erschienen uns als das kleinere Übel. Außerdem gab es ja ein paar zusätzliche Stempel im Reisepass, und dafür sind wir ja wohl hier  :good

Das 4-Sterne-Hotel „Portico Norte“ in Tartagal war die Empfehlung wert, auch wenn es seine besten Tage schon etwas hinter sich hat. Aber der interessante typisch argentinische (?) Baustil machte das wieder wett.

Die Grenzabfertigung zurück nach Bolivien dauerte etwas. Einerseits waren die zuständigen Beamten nicht ganz bewandert in ihren eigenen Fahrzeugabfertigungssystem (hier durften wir etwas Nachhilfe geben, zum Glück hatten wir alle vorherigen Papiere fotografiert), andererseits hatten wir schon wieder fast 40 Grad. Als wir endlich durch waren, war die einzige Zufahrtsstraße auf bolivianischer Seite durch LKWs und falsch parkende Lieferwagen verstopft. Die Suppe lief uns nur so runter. Als dann an einer anderen Stelle es hakte, weil eine Bollerwagenverkäuferin ihren mobilen Bauchladen nun auch noch in der Straße parken musste verlor Mela kurzzeitig ihre Contenance und trommelte mit den Fäusten auf ihrem Tankrucksack.  :kopf-gegen-wand: :furious: Kurze Zeit später fanden wir einen kleinen Laden und süffelten die Wasserbestände weg.

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Zu Villa Montes gibt es nicht viel zu sagen. Es war Sonntag, die Stadt totenstill, erst gegen späten Abend war in der dem Hotel gegenüber liegenden Sporthalle eine „Discoveranstaltung“, die uns aber nicht störte. Das Hotel „Las Lomas“ ist sehr zu empfehlen.

Wie wir dann nach Paraguay „rübermachten“, warum wir wieder literweise Schweiß produzierten, die Motos gut durchgeschüttelt worden sind, warum Tanklastwagenfahrer nette Leute sind, wieso wir am Ende unserer Kräfte waren, warum man dem Internet nicht trauen darf und das am Ende doch alle Recht hatten, das gibt es dann im nächsten Blog. Hier in Villa Montes endet dann unser „bolivianischer Teil“ der Tour.

P.S. Hätte ich doch beinah vergessen. Als wir in Tarija am nächsten Morgen tanken mussten, gab es noch ein nettes Schauspiel  B-)

Ein Polizist war so begeistert von den Motorrädern, dass er sie mehrmals fotografieren musste. Insbesondere mein Schnabel hatte es ihm angetan. Als ich mit dem Tanken fertig war, wollte er sich einmal heraufsetzen und ich sollte ihn mit seiner Handykamera darauf knipsen. Was tut man nicht alles für die Hüter des Gesetzes… Er drückt mir sein Handy in die Hand und steigt auf (hier fahren alle Polizisten Moto – also dachte ich mir nichts dabei – den Zündschlüssel hab ich trotzdem abgezogen). Ich drehte mich um, um etwas Abstand zu erzeugen, da schrie Mela auf! Ich drehte mich wieder zurück und sah die Bescherung. Der Schnabel, antiautoritär erzogen und aufgrund bestimmter Vorfälle sowieso nicht gut auf die Polizei zu sprechen, hat ihn einfach abgeschmissen! Heißt, seine bolivianischen Stummelbeinchem reichten nicht bis zum Boden und die ganze Schose ist umgefallen. Die Sturzbügel haben sich bewährt und nix ist passiert. Nur der Polizist war der Lacher der Tankstelle  :whistle:

4 Kommentare zu “Uyuni – Potosi – Tarija – Tartagal (Argentina) – Villa Montes (Bolivia)

  1. trox

    Gruß aus Reinbek von Dieter
    habe am 4 Okt. an Martin gedacht und mir dann am nächsten Tag nach Jahren Eure Seite angeguckt. Zufall … bei Abb hätte es Menschen gegeben die dies anderers genannt hätten

    1. Martin Autor des Beitrags

      Hi Dieter, mir ging es vor ein paar Tagen auf einer langen Strecke ohne Kurven genau so! Musste plötzlich an meinen letzten Besuch bei euch denken ! Würde mich freuen, wenn dieses nun öfters wieder der Fall wird! LG Martin

  2. Inga

    40 Gr. Hitze und dann in Motokluft! Ich kann mir gut vorstellen, wie der Schweiß nur so rieselt. Ganz anders hier: wir haben trübes Nov.-Wetter mit Nebel u. Nieselregen bei
    2 bis 8 °. – Toller Bericht, wird da später ein Buch draus?
    Lg die Lauenburger

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